die Parteifreien Kufstein

Situation der FLÜCHTLINGE IN KUFSTEIN

Als auf dem Freigelände zwischen Wildbichler-Brücke und Eisenbahn am Ende der Münchner Straße zwei Zelte aufgestellt wurden, ging man noch davon aus, dass hier kurzfristig Flüchtlinge betreut werden, die auf ihrer Flucht in Richtung Deutschland vielleicht einmal übernachten und sich verpflegen. Aufgrund der ständigen Verschärfung dieser Situation in Österreich befinden sich nunmehr rund 140 Asylbewerber aus verschiedenen Nationen in einem der beiden Zelte in Kufstein.
Es handelt sich hierbei um junge Männer, die in Österreich einen Asylantrag gestellt haben und für den Fall, dass diesem Antrag stattgegeben wird, auf Dauer in Österreich bleiben.

Im zweiten Zelt werden immer wieder kurzfristig Flüchtlinge aufgenommen, die im Rahmen ihrer Flucht nach Deutschland weiterreisen und dort oder allenfalls auch in Schweden und anderen nördlichen Ländern den Asylantrag einbringen.

Die Zuständigkeit für die Betreuung dieser Menschen liegt beim Land Tirol, welches die Tätigkeit durch eine dem Land Tirol gehörende Gesellschaft, nämlich die Tiroler Soziale Dienste GmbH verrichten lässt. Vor Ort arbeiten aber hauptsächlich Freiwillige des Roten Kreuzes, die rund um die Uhr für die humanitäre Versorgung dieser Menschen zur Verfügung stehen. Wie lange das Rote Kreuz mit seinen freiwilligen Helfern diesen Einsatz durchhalten kann, ist immer wieder in Diskussion, da langfristig die Tiroler Sozialen Dienste diese Aufgabe übernehmen sollten.

Die Stadt Kufstein ist zwar für diese Problematik rein formell nicht zuständig, selbstverständlich haben wir uns aber in die Lösung dieser Probleme eingebracht. Seitens unseres Bauhofes wurde ein Versorgungszelt errichtet und wurde gemeinsam mit den Stadtwerken die Stromversorgung in diesem Bereich hergestellt. Ebenso wurden entsprechende Absperrgitter aufgestellt und haben unsere Männer des Bauhofes gemeinsam mit der freiwilligen Feuerwehr dann die aus Frankfurt angelieferten Großzelte aufgestellt.

Wir haben teilweise Lebensmittel geliefert, wenn am Anfang die Rationen knapp wurden und haben aufgrund der einsetzenden Kälte über die Gemeinde auch eine Sammlung von Textilien und Schuhen durchgeführt, die dann den Flüchtlingen und Asylwerbern zur Verfügung gestellt wurden. Es gibt Freiwillige, die hin und wieder Deutschunterricht durchführen und ich selbst bin mit meiner Gattin oft vor Ort, damit wir in persönlichen Gesprächen versuchen, die Probleme dieser Menschen anzuhören und nach Möglichkeit zu lösen. Kleine Hilfestellungen gibt es immer wieder, so ist es zum Beispiel gelungen, einem dort gestrandeten Frisör aus dem Irak eine Ausrüstung zur Verfügung zu stellen, mit der er den Menschen im Camp nunmehr die Haare schneidet.

Mein Bestreben wäre es natürlich, dass die Unterbringung auf Dauer nicht in Zelten und auch nicht in Traglufthallen erfolgt, die nunmehr vom Land Tirol angekauft werden, sondern dass diese Menschen in feste Unterkünfte kommen. Natürlich teile ich die Meinung all jener, die die gesamte Abwicklung des Flüchtlingsstromes als relativ schlecht organisiert betrachten und hier grobe taktische Mängel sehen. Die große Politik auf nationaler und internationaler Ebene wird sich dringend etwas anderes einfallen lassen müssen und versuchen müssen, die Menschen in ihren Herkunftsländern oder zumindest in den Nachbarländern zu halten und nicht dort auch noch auszuhungern. Wir stehen als Gemeinde allerdings vor der Situation, dass die Menschen jetzt schon da sind und es geht jetzt für uns einzig und allein darum, wie wir mit denjenigen umgehen, die jetzt schon bei uns versorgt werden. Hier bin ich der festen Meinung, dass wir eine einwandfreie humanitäre Versorgung sicherstellen und unterstützen müssen.

Wir sind immer noch ebenso wie das Land Tirol auf der Suche nach festen Unterkünften, wobei ich der Meinung bin, dass man diese eben entsprechend anpassen muss, wenn der Standard kurzfristig für eine Bewohnung noch nicht ausreichen sollte. Feste Unterkünfte in Häusern sind sicherlich besser als Zelte oder Traglufthallen. Außerdem sind die Asylwerber gerne bereit, entsprechende Sanierungsarbeiten auch selbst durchzuführen, wenn sie damit für sich und ihre Familien Unterkünfte schaffen können.

Der Kleiderladen des Roten Kreuzes benötigt fortlaufende Sachspenden, darüberhinaus benötigt das Rote Kreuz auch freiwillige Helfer. Diese können sich entweder direkt beim Roten Kreuz oder auch bei der Stadtgemeinde Kufstein bei der Freiwilligenbörse melden, wir leiten Namen und Adressen gerne an das Rote Kreuz weiter.